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FlĂŒhli
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FlĂŒhli ist eine politische Gemeinde im Wahlkreis Entlebuch des Kantons Luzern in der Schweiz und umfasst die Ortschaften FlĂŒhli und Sörenberg.

Contents

‱ Geographie
‱ Sprachen
‱ Geschichte
‱ Politik
‱ Gemeinderat
‱ Wirtschaft
‱ Verkehr
‱ Bilder
‱ Literatur
‱ Weblinks

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Geographie

Die Gemeinde liegt in den Zentralschweizer Voralpen und ist mit 108,17 kmÂČ flĂ€chenmĂ€ssig die grösste Gemeinde des Kantons Luzern. Auf Gemeindegebiet liegen Teile der zwei grössten Moorlandschaften der Schweiz: Glaubenberg und Sörenberg. Zu den Kalkbergen gehören die SchwĂ€ndiliflue, die Grönflue und die Schrattenfluh.

Die Gemeinde umfasst zwei Ortsteile, nĂ€mlich FlĂŒhli und Sörenberg, welche zugleich selbststĂ€ndige Kirchgemeinden bilden. FlĂŒhli ist nicht nur die grösste Gemeinde des Kantons Luzern, sondern hat mit dem Brienzer Rothorn (2350 m ĂŒ. M.) auch den höchsten Punkt des ganzen Kantons.

FlĂŒhli grenzt im eigenen Kanton an die Gemeinden Escholzmatt-Marbach, Hasle und SchĂŒpfheim. Nachbargemeinden im Kanton Bern sind Brienz BE, Habkern, Oberried am Brienzersee, Schangnau und Schwanden bei Brienz. Nachbargemeinden im Kanton Obwalden sind Giswil und Sarnen. Auf dem Brienzer Rothorn findet sich ein Dreikantonseck zu den Kantonen Bern und Obwalden (brienzer-rothorn-dreikantonseck-be-lu-ow46.78718.0469).

Bevölkerung

Die Bevölkerung wuchs von 1784 bis 1810 deutlich (+ 74,3 %) und nach einem RĂŒckgang zwischen 1810 und 1816 nochmals stark bis 1850 (1816–1850: + 39,2 %). Insgesamt stieg die Einwohnerzahl zwischen 1784 und 1850 auf mehr als das Doppelte (+ 111,6 %). Nach diesem fĂŒr die Region ungewöhnlichen Wachstum wurde die Gemeinde vom Sog der Zeit erfasst. Es folgte zwischen 1860 und 1900 eine Phase der Abwanderung (− 18,2 %) in die Industriegebiete und nach Übersee (Vereinigte Staaten). Danach folgte eine lange Periode mit stabilen Einwohnerzahlen. Im Zeitraum zwischen 1980 und 2010 wĂ€chst die Bevölkerung, nicht zuletzt wegen des bedeutenden Fremdenverkehrs, recht stark (+ 35,8 %). Seither pendelt die Einwohnerzahl auf einer Höhe von 1800 bis 1900 Personen.

Quellen: VolkszĂ€hlungen in der Schweiz vor 1850cite-ref-6[6]; Bevölkerungsentwicklung der Gemeinden 1850–2000cite-ref-7[7]; 2010 ESPOP, 2020 STATPOP

Sprachen

Die Bevölkerung benutzt als Alltagssprache eine hochalemannische Mundart. Die örtliche Variante weicht wegen der NÀhe zum Kanton Bern stark vom Dialekt der Stadt Luzern ab. Bei der letzten VolkszÀhlung im Jahr 2000 gaben 93,49 % Deutsch, 1,04 % Albanisch und 0,81 % Italienisch als Hauptsprache an.

Religionen – Konfessionen

FrĂŒher war die gesamte Einwohnerschaft Mitglied der römisch-katholischen Kirche. Aus Angst vor unerwĂŒnschten religiösen EinflĂŒssen aus dem benachbarten reformierten Kanton Bern versuchte die kirchliche Obrigkeit mittels regelmĂ€ssiger Glaubensvisitationen den Glaubenseifer der Bevölkerung zu ĂŒberprĂŒfen. Die ReligiositĂ€t liegt zwar heute immer noch weit ĂŒber dem Landes- und Kantonsdurchschnitt. Doch durch Zuwanderung aus den anderen Regionen der Schweiz und dem Ausland und einigen Dutzend Kirchenaustritten sieht die religiöse Landschaft heute (Stand 2000) folgendermassen aus: Es gibt 81,29 % römisch-katholische, 7,83 % evangelisch-reformierte und 0,63 % orthodoxe Christen. Daneben findet man 2,88 % Konfessionslose, 2,30 % Muslime und 1,84 % Angehörige anderer nichtchristlicher Bekenntnisse (meist Hindus tamilischer Herkunft). Bei den Muslimen handelt es sich fast ausschliesslich um Albaner aus Mazedonien und dem Kosovo.

Herkunft – NationalitĂ€t

Ende 2022 zÀhlte die Gemeinde 1785 Einwohner. Davon waren 1563 Schweizer Staatsangehörige und 222 (= 12,4 %) Menschen anderer Staatsangehörigkeit. Die grössten Zuwanderergruppen kommen aus Vietnam (45 Menschen), Deutschland (33), Indien (22), Portugal (19), Myanmar (12), Ungarn (8) sowie China und Nordmazedonien (je 7 Personen).cite-ref-8[8]cite-ref-9[9]

Geschichte

Das erste ĂŒberlieferte Ereignis im Tal der Waldemme ist die Schlacht bei Sörenberg. Obwaldner und Entlebucher kĂ€mpften dort 1380 um den Besitz der Alpweiden. Noch heute erinnert der Name der Alp «Schlacht» am Fusse des Brienzer Rothorns an dieses Ereignis.

1781/82 wurde die Pfarrei FlĂŒhli errichtet, tatkrĂ€ftig gefördert vom SchĂŒpfheimer Pfarrer Joseph Xaver Schnyder von Wartensee.cite-ref-10[10] Gleichzeitig wurde mit dem Bau der Pfarrkirche St. Josef begonnen.cite-ref-11[11] Nachdem FlĂŒhli bereits in den Jahren von 1798 bis 1816 eine eigene MunizipalitĂ€t bildete, wurde es 1836 eine selbstĂ€ndige Gemeinde,cite-ref-12[12] «zusammengelegt aus einem Teile der Gemeinde SchĂŒpfheim und einem aus der Gemeinde Escholzmatt»cite-ref-13[13].

Bis 1869 gab es in FlĂŒhli mehrere GlasblĂ€sereien, die das bekannte FlĂŒhli-Glas produzierten. Glasmacher aus dem Schwarzwald, wo das Schwarzwaldglas bereits im 12. Jahrhundert hergestellt wurde, erweiterten die Glasherstellung. Von Windberg bei St. Blasien zogen 1723 die drei BrĂŒder Josef, Peter und Michael, Söhne des Glasmeisters Samuel Siegwart und der Anna Schmidt, von Daar nach FlĂŒhli und errichteten hier eine neue GlashĂŒtte.cite-ref-14[14] Im Entlebuch bestanden schon ab 1400 GlashĂŒtten, sicher belegt ist die bei Röthenbach im Emmental. Die Nachkommen begrĂŒndeten die Glasi Hergiswil.

Von 1935 bis 1948 wurde in FlĂŒhli eine Skiwachsfabrik betrieben.cite-ref-15[15]

WĂ€hrend des Zweiten Weltkriegs wurde zur Verteidigung des Reduits und der BrĂŒnigachse die umfangreiche Sperrstelle FlĂŒhli errichtet.

Politik

Gemeinderat

Der Gemeinderat FlĂŒhli besteht aus fĂŒnf Mitgliedern und ist wie folgt aufgestellt (Stand MĂ€rz 2024):cite-ref-16[16]

‱ Hella Schnider-KretzmĂ€hr (Die Mitte): GemeindeprĂ€sidentin; PrĂ€sidiales und Personelles
‱ Stefan SĂŒess (SVP): Gemeindeammann; Finanzen, Bau und Infrastruktur
‱ Vroni Thalmann-Bieri (SVP): Soziales und Gesundheit
‱ Silvia Limacher-Schmidiger (FDP); Bildung und Kultur
‱ Peter Schnider (parteilos): Öffentliche Sicherheit und Tourismus

Gemeindeschreiber ist Guido KĂŒng.

Kantonsratswahlen

Bei den Kantonsratswahlen 2023 des Kantons Luzern betrugen die WĂ€hleranteile in FlĂŒhli: Mitte (einschliesslich Junge Mitte) 47,40 %, SVP (einschliesslich Junge SVP) 35,56 %, FDP 14,49 %, SP 1,50 % und GrĂŒne 1,05 %.cite-ref-17[17]

Nationalratswahlen

Bei den Schweizer Parlamentswahlen 2023 betrugen die WĂ€hleranteile in FlĂŒhli: SVP 41,8 %, Mitte 40,7 %, FDP 12,3 %, SP 1,5 %, glp 1,2 %, GPS 1,0 %, ĂŒbrige 1,5 %.cite-ref-18[18]

Wirtschaft

Viehzucht und Milchwirtschaft sowie die KĂ€lbermast und Rindersömmerung (ca. 4000 StĂŒck) sind die bedeutendsten Bereiche der Landwirtschaft. AckerbauflĂ€chen sind seit der Anbauschlacht im Zweiten Weltkrieg praktisch verschwunden. Beim Gewerbe nimmt die Holzverarbeitung einen wichtigen Platz ein, eigentliche Industrie fehlt jedoch. 28 Prozent der ArbeitsplĂ€tze entfallen auf den Sektor Land- und Forstwirtschaft. In Gewerbe und Industrie sind 23 Prozent der Arbeitnehmer tĂ€tig, fast die HĂ€lfte der Stellen sind jedoch im Bereich Dienstleistungen.

In der zweiten HĂ€lfte des 20. Jahrhunderts hat sich der Tourismus zum eigentlichen Brotkorb der Einwohner von FlĂŒhli und Sörenberg entwickelt. Im Winter ist die Region Sörenberg Skigebiet, und im Sommer steht ein Netz markierter Bike- und Wanderwege zur VerfĂŒgung. Wegen schneearmer Winter wurden 2024 drei Skilifte stillgelegt.cite-ref-19[19]cite-ref-20[20]

Verkehr

Die beiden grössten Ortsteile, FlĂŒhli-Dorf und Sörenberg, sind durch die Postautolinie SchĂŒpfheim–FlĂŒhli–Sörenberg ans Netz des Öffentlichen Verkehrs angebunden. In SchĂŒpfheim gibt es eine Bahnstation der Linie Luzern-Bern. Im Sommer verkehrt das Postauto auf der so genannten Panoramastrasse ĂŒber den Glaubenbielen bis weiter nach Giswil im Kanton Obwalden.

Die Gemeinde liegt abseits der Hauptverkehrsverbindungen, und die nĂ€chstgelegenen AutobahnanschlĂŒsse sind weit entfernt. Im Sommer liegt der Anschluss Giswil an der A8, im Winter der Anschluss an die Autobahn A2 in Emmen-Nord am nĂ€chsten.

SehenswĂŒrdigkeiten

Siehe auch

:

Liste der KulturgĂŒter in FlĂŒhli

Bilder

Persönlichkeiten

‱ Franz Siegwart (1854–1933), Oberst und Direktor der Eidgenössischen Finanzkontrolle
‱ Ida LĂŒthold-Minder (1902–1986), PĂ€dagogin und Schriftstellerin
‱ Ida Schöpfer (1929–2014), Skirennfahrerin
‱ Rosemarie Keller (* 1937), Schriftstellerin und Journalistin
‱ Vroni Thalmann-Bieri (* 1969), Politikerin (SVP)
‱ Roger SchĂ€li (* 1978), Bergsteiger, Sörenberg
‱ Pascale Schnider (* 1984), Radrennfahrerin
‱ Joel Wicki (* 1997), Schwinger und seit dem ESAF 2022 Schwingerkönig, Sörenberg

Literatur

‱ Anton Kottmann: FlĂŒhli. In: Historisches Lexikon der Schweiz. 11. Mai 2009.
‱ Gedenkschrift zur Jahrhundertfeier des Bestehens der politischen Gemeinde FlĂŒhli (Luzern) 1836–1936. 2. Auflage, SchĂŒpfheim 1981.
‱ Josef Schmid: Geschichte der Pfarrei FlĂŒhli. Buchdruckerei SchĂŒpfheim, SchĂŒpfheim 1981.
‱ Heinz Horat: Die KunstdenkmĂ€ler des Kantons Luzern, Neue Ausgabe I: Das Amt Entlebuch. Hrsg. von der Gesellschaft fĂŒr Schweizerische Kunstgeschichte GSK. Bern 1987 (KunstdenkmĂ€ler der Schweiz Band 80). ISBN 3-7643-1900-3. S. 148–183.

Weblinks

Commons

: FlĂŒhli

– Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

‱ Offizielle Website der Gemeinde FlĂŒhli
‱ Gemeindeprofil des kantonalen statistischen Amtes (PDF; 121 kB)
‱ Bergbahnen Sörenberg

Einzelnachweise

cite-note-11. Geographische Kennzahlen – Suche. Gemeindestand 06.04.2025. In: Applikation der Schweizer Gemeinden (admin.ch). Bundesamt fĂŒr Statistik (BFS), abgerufen am 29. August 2025 (bei spĂ€teren Gemeindefusionen wurden die FlĂ€chen zum Stand 1. Januar 2025 zusammengefasst).
cite-note-22. Geographische Kennzahlen – Suche. Gemeindestand 06.04.2025. In: Applikation der Schweizer Gemeinden (admin.ch). Bundesamt fĂŒr Statistik (BFS), abgerufen am 29. August 2025 (bei spĂ€teren Gemeindefusionen wurden die FlĂ€chen zum Stand 1. Januar 2025 zusammengefasst).
cite-note-33. Bilanz der stĂ€ndigen Wohnbevölkerung nach Bezirken und Gemeinden, 1991–2024. In: bfs.admin.ch. Bundesamt fĂŒr Statistik, abgerufen am 28. August 2025 (bei spĂ€teren Gemeindefusionen Einwohnerzahlen aufgrund Stand 2024 zusammengefasst).
cite-note-44. StÀndige und nichtstÀndige Wohnbevölkerung nach institutionellen Gliederungen, Staatsangehörigkeit (Kategorie), Geschlecht und Alter, 2010-2024. Bei spÀteren Gemeindefusionen Einwohnerzahlen aufgrund Stand 2024 zusammengefasst. Abruf am 28. August 2025
cite-note-55. bfs.admin.ch: StÀndige Wohnbevölkerung nach Staatsangehörigkeitskategorie, Geschlecht und Gemeinde (Memento vom 1. Januar 2015 im Internet Archive) (StÀndige Wohnbevölkerung)
cite-note-66. ↑ Martin Schuler, VolkszĂ€hlungen in der Schweiz vor 1850
cite-note-77. ↑ Bundesamt fĂŒr Statistik,Bevölkerungsentwicklung der Gemeinden 1850-2000
cite-note-88. ↑ StĂ€ndige Wohnbevölkerung nach Staatsangehörigkeitskategorie, Geschlecht und Gemeinde
cite-note-99. ↑ AuslĂ€ndische Wohnbevölkerung nach NationalitĂ€t, Aufenthaltsstatus und Bevölkerungstyp (LUSTAT Statistik Luzern)
cite-note-1010. ↑ Markus Lischer: Joseph Xaver Schnyder von Wartensee. In: Historisches Lexikon der Schweiz. 25. August 2011, abgerufen am 28. August 2023.
cite-note-1111. ↑ Josef Schmid: Geschichte der Pfarrei FlĂŒhli. Buchdruckerei SchĂŒpfheim, SchĂŒpfheim 1981, S. 14–38.
cite-note-1212. ↑ Anton Kottmann: FlĂŒhli. In: Historisches Lexikon der Schweiz. 11. Mai 2009, abgerufen am 28. August 2023.
cite-note-1313. ↑ Gedenkschrift zur Jahrhundertfeier des Bestehens der politischen Gemeinde FlĂŒhli (Luzern) 1836–1936. 2. Auflage, SchĂŒpfheim 1981, S. 38.
cite-note-1414. ↑ Heinz Horat, FlĂŒhli-Glas, 1986, S. 15
cite-note-1515. ↑ MIWI-Skiwachs. In: sportshistory.ch. Abgerufen am 7. April 2025.
cite-note-1616. ↑ Gemeinderat. Gemeinde FlĂŒhli, abgerufen am 8. MĂ€rz 2024.
cite-note-1717. ↑ https://www.lustat.ch/files_ftp/daten/kt/0003/w173_302t_kt0003_gd_d_2023.html Kantonsratswahlen: StĂ€rke der Parteien 2023
cite-note-1818. ↑ Nationalratswahlen. LUSTAT Statistik Luzern, 3. Januar 2024, abgerufen am 8. MĂ€rz 2024.
cite-note-1919. ↑ Silvio Frei: Sörenberg: Mehrere Skilifte werden abgestellt. In: aargauerzeitung.ch. 12. Juli 2024, abgerufen am 28. September 2024.
cite-note-2020. ↑ Jonas Hess: FlĂŒhli: Skilift Schratten schliesst – wegen Schnee- und Geldmangels. In: aargauerzeitung.ch. 19. September 2024, abgerufen am 28. September 2024.